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Die Geschichte der Feuerwehr Nötsch im Gailtal 1800 - 2005

1800

Zu Beginn des 19. Jahrhunderts hatte Nötsch 48, Saak 53 und Förk 14 Häuser. Die Gefahren in diesen Ortschaften lauerten in Nötsch im Nichtverbauten, oft Hochwasserführenden Nötscher Bach, in Saak in den dicht nebeneinander stehenden Gehöften und in Förk im Rupa-Bach.

Da es in dieser Zeit noch keine Verordnung gab, die den Brandschutz regelte, war es den Bewohnern selbst überlassen, die Feuerbekämpfung zu organisieren. Das oberste Gesetz war die Nachbarschaftshilfe.

Das heute noch wichtigste, damals aber einigste Hilfsmittel zum Feuerlöschen war das Wasser, welches mit Eimern von Brunnen und Bächen herbeigeschafft wurde.

Die Häuser und Stallungen waren damals im Obergeschoß durchwegs aus Holz gebaut und die Dächer mit Holzschindel gedeckt. Da sich die Helfer bei einem Brand in einer Reihe zur Wasserweiterreichung aufstellten, war der Kampf gegen das Feuer wegen der großen Hitzeentwicklung unwirksam, ja fast unmöglich und der Brand konnte sich ungehindert ausbreiten.

 

1825

Im Herzogtum Kärnten wurde am 28. Mai 1825 die „Feuerlöschordnung für Städte, Märkte und das flache Land“ eingeführt. Diese Löschordnung bestimmte, wie Neubauten und Umbauten zu errichten sind:

Brandmauern mussten errichtet werden

Eimer, Löschhaken, Leitern und Wasser auf dem Dachboden hatte jeder Hausbesitzer bereitzustellen

Die Rauchfänge mussten regelmäßig gereinigt werden

Das Rauchen in Scheunen und Stallungen wurde verboten

Wenn das Feuerzeichen gegeben wurde, musste jeder Hausbesitzer selbst mit Eimern usw. an der Brandstelle erscheinen oder jemanden vom Hause dort hinschicken.

Die Löschordnung forderte das Aufstellen von Nachtwächtern und das rasche Löschen des Feuers

Damit jeder schnell zum Brandplatz eilte, wurde eine Belohnung ausgesetzt. Der erste Helfer bekam 4 Fl., der zweite 3 Fl….

 

Diese strenge Verordnung brachte aber nicht den erhofften Erfolg. Erst die Gründung von Feuerwehren, die vorerst mit bescheidenen technischen Mitteln ausgerüstet waren, konnte die Brandbekämpfung wirksamer gestalten.

 

1842

Die Kirchenchronik besagt, dass im Jahre 1842 eine tragbare „Feuerspritzn mit sechs eisernen Wasserempern“ um den Betrag von 88 Fl angeschafft wurde. Die Spritze wurde in einer hölzernen Hütte, die erst um 100 Fl in der nordwestlichen Friedhofsecke errichtet worden war, aufbewahrt.

 

1859

Das Jahr 1859 kann als Anfangsjahr einer organisierten Feuerbekämpfung für die drei Ortschaften Nötsch, Saak und Förk gelten. Aus dem Kassenbuch der Nachbarschaft Nötsch geht hervor, dass am 9. August 1859 eine Feuerspritze angekauft wurde. Diese Spritze war mobil und bei einem Brand in einem Nachbarort musste dem Dorfbewohner, der ein Pferd zum Ziehen bereitstellte, ein Fl bezahlt werden. Die Spritze hatte noch keinen Saugschlauch. Das Wasser musste mit Eimern in den Wasserkasten geschüttet werden. Das Pumpwerk bestand aus vier Zylindern und wurde von vier Mann bedient. Der Druckschlauch hatte eine Länge von ca. 25 Meter. Diese Spritze wurde in einer Schlosserwerkstätte in Kreuth bei Bleiberg gebaut.

Auf dem Platz in Nötsch wurde zu dieser Zeit eine „Spritzhüttn“ aufgestellt, deren Kosten 84 Fl und 30 Kreuzer betrugen. Die Mittel für den damaligen Feuerschutz wurden durchwegs von der Agrargemeinschaft der Orte Nötsch, Saak und Förk aufgebracht.

 

Bis zur Gründung der FF Nötsch wurden die Brände wegen Meinungsverschiedenheiten in der Bevölkerung recht unorganisiert bekämpft.

Die Gründung der „Freiwilligen Feuerwehr Nötsch im Gailtal“ ist nicht leicht darzustellen. Alle Unterlagen, wie Sitzungsprotokolle und Gedenkbücher aus dem vorigen Jahrhundert, die einen genauen Gründungshinweis geben könnten, sind nicht mehr vorhanden. Die Bezirksbehörde, bei der dieser Verein nach dem Vereinsgesetz 1867 angemeldet werden musste, konnte uns über seine Anmeldung auch keine Auskunft erteilen. Ebenso blieb die Nachforschung beim Landesfeuerwehrverband für Kärnten in dieser Sache ergebnislos. So können wir die Gründung des Vereins der Freiwilligen Feuerwehr nur nach später verfassten Papieren rekonstruieren.

 

1881

Im Sitzungsprotokoll vom 22. September 1906 werden erstmals eine Anzahl von Mitgliedern der hiesigen Feuerwehr genannt, die auf dem Gebiete des Feuerwehr- und Rettungswesens eine 25-jährige Tätigkeit aufweisen. Man geht wahrscheinlich nicht fehl in der Annahme diese Männer als Gründungsmitglieder anzusehen und damit das Gründungsjahr der FF Nötsch mit 1881 festzulegen. Diese Annahme wird noch durch eine Eintragung in der Kirchenchronik aus dem Jahre 1888 erhärtet. Darin beklagt sich Pfarrer Martin Stembou, dass hier noch keine Leichekammer errichtet wurde und sagt unter anderem: „In diesem Jahre wurde aber eine prachtvolle Feuerlöschrequisitenkammer in Nötsch zwischen dem alten Postgebäude und der Brodnikkeusche erbaut, weil sich hier schon in früheren Jahren allhier eine Freiwillige Feuerwehr konstruiert hat. So hat man müssen auch einige Spritzen, einen Hydrophor und andere Löschrequisiten anschaffen und dieselben in einer lustigen, wohlverschlossenen Kammer aufbewahren. Auch die Kirche in Saak hat zur Anschaffung der Löschrequisiten 20 Fl beigesteuert.“

 

1903

Die Initiative zur Gründung der FF Nötsch wird wohl vom Herrn Sebastian Isepp ausgegangen sein, der auch ihr erster Kommandant gewesen ist. Die Generalversammlung der Feuerwehr hat ihn am 28.03.1903 in Würdigung seiner Verdienste einstimmig zum Ehrenmitglied ernannt.

Als weitere Gründungsmitglieder konnten noch folgende Männer festgestellt werden:

 

Blümel Josef, Keuschler vlg. Blasnik in Saak 40, er war hier langjähriger Gemeindebediensteter

Brandstätter Franz, Bauer vlg. Gmitsch in Förk 9

Brenner Andreas, Maurer vlg. Anderwald in Nötsch 38

Cesar Valentin, Bauer vlg. Schwenner in Saak 15

Dovzan Lorenz, er wurde als erster Oberlehrer 1871 an die hiesige Schule berufen

Maier Josef, Keuschler vlg. Nabuscha in Nötsch 9

Michor Josef, Bauer vlg. Tmelitsch in Saak 18

Schwenner Franz, Bauer vlg. Kasperitsch in Förk 11

Thekan Josef, Bauer vlg. Nutschnig in Förk 10

Wiegele Franz, Unternehmer vlg. Hafner in Nötsch 19

Grafenauer Michael, Sägler in Nötsch, wanderte später nach Amerika aus

Bianchini Alesander, Köhler und Knecht in Wasserleonburg.

 

Als nächster Feuerwehrhauptmann im vorigen Jahrhundert und zwar ab 1896 finden wir Herrn Simon Michor.

Herr Michor übte hier das Kaufmannsgewerbe aus. Sein Heimathaus, die sogenannte Lukwirtsch-Keusche hat er vor dem 1. Weltkrieg zu einem großen Gasthaus ausgebaut. Im Nötschergraben erbaute er eine Papierfabrik und ein Sägewerk. Er war auch noch Landtagsabgeordneter und Bürgermeister.

 

1900 Am 29. Juli 1900 wurde dann Herr Ulrich Hecher zum Haupmann der FF Nötsch gewählt und bekleidete diese Funktion ununterbrochen 35 Jahre lang.

Da sich dieser Mann um das Feuerwehrwesen in Nötsch große Verdienste erworben hat, soll hier kurz sein Schaffen aufgezeigt werden.

Herr Ulrich Hecher erlernte bei seinem Vater das Schmiedehandwerk. Nach Ableistung seiner Militärdienstzeit richtete er sich in Bleiberg eine Schmiedewerkstatt ein. Mit der Übersiedlung nach Nötsch begann er mit dem Holzhandel. Daneben war er auch noch Fuhrwerksbesitzer und Bauunternehmer. Er errichtete nach der Eröffnung der Gailtalbahn (1894) in der Nähe des Bahnhofs Nötsch die Bahnhofsrestauration und betrieb hier auch eine Sodawasserfabrik. Im Nötschergraben kaufte er eine Säge und modernisierte sie. Er wurde auch wiederholt zum Bürgermeister gewählt. Am 28. Juli 1935 hat Herr Ulrich Hecher aus Altersgründen die Hauptmanstelle zurückgelegt und wurde zum Ehrenbezirkskommandanten der Feuerwehr ernannt.

 

1903

1903 wurde eine weitere Wagenspritze angekauft. Die Kosten wurden aus Spenden, Subventionen des Feuerwehrverbandes und einem Beitrag aus der Feuerwehrkasse aufgebracht.

 

1907

Um die Löscheinsätze noch wirksamer zu gestalten hat auf Anregung des Hauptmannes Hecher die Mitgliederversammlung vom 4. August 1907 den Ankauf einer Dampf-Handspritze beschlossen. Die Firma Ferdinand Jergitsch in Klagenfurt hat die Spritze bereits einen Monat später geliefert und die Männer konnten auf diesem Gerät eingeschult werden.

Für die Dampferzeugung war Kohle notwendig. Die BBU steuerte einige Tonnen Kohle bei. Die Spritze war so konzipiert, dass sie von sechs bis acht Männern gepumpt werden musste und zwar so lange, bis genügend Druck vorhanden war. War der Druck im Kessel nach dem Anheizen hoch genug, übernahm die Dampfmaschine die Pumptätigkeit. Zweispännig wurde der Spritzenwagen gefahren. Die Leistung dieser Maschine war für die damalige Zeit recht enorm:

Neben dem Saugwerk hatte sie einen zweistrahligen Druckrohranschluss und die Wurfweite des Wassers wurde natürlich von keiner anderen Spritze erreicht. Die Einweihung am 13. Oktober 1907 gestaltete sich zu einem Fest. Es kamen Delegierte von allen Feuerwehren des Unteren Gailtales.

 

1935

Nach dem Rücktritt Ulrich Hechers als Kommandant wurde am 01. September 1935 Herr Thomas Jesche, Rauchfangkehrermeister in Nötsch zum neuen Oberhaupt der FF Nötsch gewählt. Neben Verdiensten um die Feuerwehr Nötsch machte sich Herr Jesche noch als Offizier im 1. Weltkrieg verdient.

Seit der Gründung der FF Nötsch im Gailtal gehörten zu dieser die Orte Nötsch, Saak und Förk. Schon Jahrzehnte vorher haben sich diese drei Orte für die Brandbekämpfung zusammengefunden und für die Anschaffung von Geräten gemeinsam Geld zusammengelegt.

 

In der Vollversammlung vom 27. Oktober 1935 wurde jedoch über Antrag von Saaker und Förker Mitgliedern die Trennung der Orte Saak und Förk von der FF Nötsch beschlossen. Diese beiden Orte gründeten dann gemeinsam eine eigene Wehr. Zurückblickend kann man heute sagen, dass diese Trennung keine gute Idee war. Die Durchschlagskraft der kleinen Wehr Saak war mangels genügend moderner Geräte nicht sehr groß, obwohl der Idealismus und der Einsatzwille der Feuerwehrleute immer vorhanden war. Es wäre für die Brandbekämpfung das Beste, wenn eine starke Wehr für alle drei, so eng miteinander verwachsenen Ortschaften, die Verantwortung tragen würde.

 

1936-1945

Zur Modernisierung des Gerätebestandes wurde im Jahre 1936 die erste Motorspritze angekauft und am 05. September 1937 wurde die erste Alarmsirene am Schlauchturm des Spritzenhauses montiert.

Dann kam das Jahr 1938. Aus der Freiwilligen Feuerwehr wurde die Feuerlöschpolizei und aus dem Feuerwehrhauptmann wurde der Wehrführer. Es gab nicht mehr Feuerversammlungen sondern nur mehr Feuerappelle. An die Mitglieder wurden nicht mehr Rundschreiben verschickt, sondern wie es beim damaligen Regime üblich war, Dienstbefehle erteilt.

Die alte Dampfspritze wurde für unbrauchbar erklärt und leider verschrottet. Da die meisten aktiven Mitglieder bei der Wehrmacht eingezogen waren, wurde der Betrieb der Feuerlöschpolizei nun provisorisch weitergeführt.

 

1946

Am 15. Dezember 1946 wurde nach dem Kriege wieder eine Feuerwehrsitzung abgehalten, in der die Feststellung der Mitglieder erfolgte.

Mit dem Landesfeuerwehrgesetz vom 14. März 1949 wurde für die Tätigkeit der Feuerwehren wieder eine gesetzliche Grundlage geschaffen.

 

1957

Im Jahre 1957 wurde ein Rüstwagen „leichtes Löschfahrzeug“ bei der Firma Rosenbauer angekauft und 1966 wurde ein weiteres Gerät, eine VW-Motospritze, dazugekauft. Die alte, 1936 angeschaffte Motorspritze wurde der FF Saak abgetreten.

 

1968

Im Zuge einer Neugestaltung des Nötscher Hauptplatzes wurde 1968 das alte Spritzenhaus, vor Jahren auch „Spritzhüttn“ oder „Feuerlöschrequisitenkammer“ genannt, abgetragen. Die Feuerwehr übersiedelte samt den Geräten in das provisorische Rüsthaus nach Neu-Nötsch Nr. 200. Mit der Fertigstellung des Gemeindeneubaues 1947 zog auch die Feuerwehr wieder um und zwar in zwei Garagen dieses Hauses. Nachdem die Gemeinde den ehemaligen Bauhof der Wildbachverbauung kaufte, hatte die Odyssee der FF Nötsch ein Ende. Sie zog 1978 hier ein und hat sich neben den Geräteräumen hier auch einen Kameradschaftsraum eingerichtet.

Im Feuerwehr- und Rettungswesen kann man nur 100 Prozent einsatzfähig sein, wenn man mit den Maschinen / Geräten auf dem neuesten Stand ist.

Zur Freude aller Bewohner der Gemeinde standen ihr immer Bürgermeister vor, die ein offenes Ohr für Feuerwehrfragen hatten.

 

 

1973

So konnten neben vielen Anschaffungen wie Schlauchmaterial, Notstromaggregat, Atemschutzgeräten, Funkgeräten, Uniformen usw. zwei Fahrzeuge modernster Bauart angekauft werden. Ein Tankwagen, Marke Mercedes, mit 2000 Liter Löschwasserinhalt wurde 1973 für die Feuerwehr Nötsch gekauft.

Da dieses Fahrzeug die hohe Summe von ca. ATS 900.000 kostete, war die Finanzierung nicht sehr einfach. Man entschloss sich, die Kameradschaft 10% der Anschaffungskosten tragen zu lassen. Dieser Betrag wurde durch Sammlungen unter der Bevölkerung und durch eine Bausteinaktion aufgebracht. Den Rest steuerte zu 50 % das Land Kärnten und zu 40 % die Gemeinde Nötsch bei.

 

1974

Dieses Fahrzeug wurde auch würdig eingeweiht. Die Kameradschaft der Feuerwehr Nötsch veranstaltete ein 3 Tage dauerndes Sommerfest vom 12. bis 14. Juli 1974 mit einem Programm, das in Nötsch nicht sehr oft geboten wird: Volkstanz, Feuerwehrpokalturnier, Fahrzeugweihe, Verleihung von Feuerwehrleistungsabzeichen und natürlich jeden Abend Tanzunterhaltung mit ausgezeichneten Kapellen.

Die Feuerwehr Nötsch hatte jetzt einen Tankwagen und einen alten Manschaftstransportwagen, mit dem jedoch entlegene Gehöfte nicht mehr erreicht werden konnten.

 

1977

Man beratschlagte und kam zum Entschluss, die Bewilligung zum Ankauf eines geländegängigen Fahrzeuges, Marke Unimog einzuholen. Nach Vorsprache beim Bürgermeister, Herrn Rudolf Blümel, der die Feuerwehr immer tatkräftigst unterstützte, wurden die Finanzierungsprobleme geregelt. Die Kostenaufteilung war gleich wie beim Tanklöschfahrzeug: 10% Kameradschaft, 50% Land Kärnten und 40% Gemeinde Nötsch. Der Unimog wurde 1977 geliefert und 1978 im Zuge einer Fahrzeug- und Rüsthausweihe am 24. und 25. Juli feierlich geweiht.

Den Betrag, den die Kameradschaft der Freiwilligen Feuerwehr Nötsch zur Anschaffung dieser beiden Fahrzeuge leisten musste, hätte nie aufgebracht werden können, wenn die Bevölkerung nicht so spendenfreudig gewesen wäre.

Damit diese beiden Fahrzeuge auch richtig gehandhabt wurden, veranstaltete die Feuerwehr interne Schulungen und es wurden auch laufend Übungsfahrten unternommen.

 

1981

Als so genanntes „hundertstes Geburtstagsgeschenk“ erhielt die FF Nötsch von der Gemeinde eine Funkstation eingerichtet.

 

 

2005

Im Jahre 2005 wurden durch Eigenregie im Rüsthaus neue Spinde, die den aktuellen Standard entsprechen, installiert. Finanziert wurden sie durch die Marktgemeinde Nötsch. Weiters wurden die gesamten Mitgliedsbeiträge des Jahres 2005 für den Ankauf von 20 neuen Gallet Helmen und für ein Funkgerät hergenommen.